Massenversand Lebensläufe

31
Aug

Das OLG Frankfurt hat eine wegweisende Entscheidung zum Massenversand von Kandidaten-Lebensläufen getroffen.

Die aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichtes Frankfurt, die dem massenhaften Versenden von Bewerber-Lebensläufen an Unternehmen (auch CV-Trading genannt) enge Grenzen setzt, kann nur begrüßt werden, da hier eine Unsitte vieler Personalvermittler abgestraft wurde, nämlich das ungefragte Versenden von Lebensläufen an Unternehmen, mit anschließender “Sofortkasse” bei Einstellung.

Als seriös agierende Personalberater können wir diese Entscheidung nur begrüßen.

Im verhandelten Fall hatte ein „CV-Trader“ seinen Newsletter mit anonymisierten Lebensläufen an Unternehmen mit dem Ziel versendet, dass dabei zufällig offene Positionen besetzt und die Vermittlungen dann vergütet werden. Diese Praxis erleben wir im Krankenhaus immer häufiger, indem unaufgefordet massenhaft Lebensläufe von Ärzten, Pflegekräften und Funktionspersonal an Geschäftsführer, Pflegedienstleitungen und Personalleiter per Mail übersandt werden.

Die Richter machen in ihrem Urteil deutlich, dass das bloße Zusenden von Bewerberunterlagen noch kein Vertragsverhältnis begründet.

Es besteht die Hoffnung, dass durch dieses Urteil die Flut von nicht bestellten Newslettern mit ungefilterten Lebensläufen eingedämmt wird.

Passende und qualifizierte MitarbeiterInnen können in der Regel nur über einen maßgeschneiderten Rekrutierungsprozess, der neben der Analyse und dem gezielten Suchprozess, das Bewerbermanagement und die Begleitung des Entscheidungsprozesses beinhaltet, gefunden werden und nicht über ein standardisiertes Serienmail-Angebot.

Entscheidung Oberlandesgericht Frankfurt: AZ 1.10.2013 – 5 U 245/12